Verbund für Ökologie und soziales Wirtschaften e.V.

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die Urbanisten e.V.

Die Urbanisten verbessern das städtische Zusammenleben der Menschen vor Ort und schaffen neue Perspektiven für urbane Lebensräume. Der gemeinnützige Verein ist Impulsgeber, Initiator und Beteiligungsplattform – ein vielfältiges Netzwerk für die aktive Mitgestaltung der eigenen Stadt. Im Zentrum unserer Arbeit steht der öffentliche Raum als Schnittstelle zwischen bestehenden Kulturformen, wachsenden Strukturen und den individuellen Vorstellungen der Menschen. In unserer Vision einer modernen Gesellschaft gestalten die Bewohnerinnen und Bewohner ihren Lebensraum eigenverantwortlich mit und schließen ihre individuellen Ressourcen zusammen: lokal, kreativ und lebendig.

youdo die Urbanisten

Sieben Fragen an die Urbanisten e.V.

Wie trägt Ihr Unternehmen/ Ihre Organisation zu einem sozialen und/oder ökologischem Wandel bei? Welches Handlungsfeld adressieren Sie durch Ihre Geschäftstätigkeit?

Wir sind thematisch breit aufgestellt, arbeiten interdisziplinär und kollaborativ, entwickeln innovative Konzepte und realisieren koproduktive und partizipative Projekte und Angebote in unseren fünf Aktionsfeldern:

  • UPCYCLING & DO-IT-YOURSELF:
    Wir unterstützen Menschen darin ihre Ideen zu verwirklichen und haben dafür die Urbanisten-Manufaktur gegründet. Ein Ort für Alle die gerne handwerklich Arbeiten wollen, Neues lernen möchten oder einen Raum für die Umsetzung ihrer Ideen suchen. Als gemeinnütziger Verein entwickeln wir dort vielfältige Projekte, designen einzigartige Produkte und bieten spannende Möglichkeiten zum Mitmachen für Jung und Alt.
  • STADTFORSCHUNG & -ENTWICKLUNG:
    Menschen sind die zentrale Schnittstelle für die nachhaltige Weiterentwicklung von Stadtquartieren. Die Stadt lebt durch ihre BewohnerInnen, ihre Individualität und lokale Identität. Durch partizipative Projekte und die Befähigung zur Beteiligung in der Stadtentwicklung machen wir versteckte Potenziale im Quartier sichtbar, stärken die Identifikation mit der eigenen Nachbarschaft und entwickeln lebenswertige und lebendige Quartiere.
  • KUNST IM ÖFFENTLICHEN RAUM:
    Wir entwerfen für Innen- und Außenbereiche innovative Konzepte und ermöglichen einzigartige Beteiligungsformate für die Gestaltung urbaner Räume wie Fassaden, Brachflächen, öffentliche Plätze, Grünanlagen oder Spielplätze. Wir gestalten selber oder gemeinsam mit den Menschen vor Ort und unterstützen urbane Vorhaben angefangen mit administrativen Behördengängen, über eine vielfältige Auswahl an sozialräumlichen und planerischen Methoden bis hin zu Moderation und inhaltlichen Ausgestaltung von Veranstaltungen & Planungswerkstätten.
  • URBAN GARDENING & FARMING:
    Urbane Landwirtschaft und urbanes Gärtnern bedeuten wertvolle soziale und ökologische Vorteile für die Stadtentwicklung: Sie nutzen städtische Brachflächen und somit ungenutzte Ressourcen, um die Lebensmittelproduktion auf kurzem Weg zu den Menschen zu bringen. Versiegelte Flächen werden zum Potentialfeld, auf dem neue Arten der Nahrungsmittelproduktion erforscht werden können, um eine Lösung für die zunehmenden Herausforderungen an die globale Landwirtschaft zu finden, die durch die wachsende Weltbevölkerung, schrumpfende Agrarflächen und den Klimawandel entstehen.
  • URBAN GAMES:
    Urban Games verschmelzen mit dem städtischen Leben, die Spielwelt ist mit der ‚ernsthaften‘ Welt identisch und lässt uns diese dadurch neu entdecken. Dadurch, dass die Spielenden die Stadt und ihre öffentlichen Räume kreativ nutzen und mit anderen Menschen zusammentreffen, wird das soziale Leben vor Ort belebt und eine nachhaltige Urbanität geschaffen. Das erhöht die Lebensqualität im Quartier, wirkt sich stärkend auf das gemeinsame städtische Leben aus und bewirkt eine nachhaltige Aufwertung des Lebensraums Stadt.
Welche sozialen und/oder ökologischen Maßnahmen setzen Sie in Ihrem Betrieb/ Ihrer Organisation um?

Im Rahmen eines Wochenenderlebnisses haben wir 2019 einen Teamvertrag für unsere Zusammenarbeit entwickelt:

  • Wir gehen direkt und liebevoll miteinander um.
  • Wir sind ehrlich, aber sympathisch und rücksichtsvoll.
  • Wir sind anerkennend und wertschätzend.
  • Wir sind eigenverantwortlich.
  • Wir arbeiten gemeinschaftssinnig.
  • Wir sind vertrauensvoll.
  • Wir lassen Persönlichkeit zu.
  • Wir geben Feedback und setzen das Feedback um.
  • Wir kaufen Bio-Produkte im Rahmen unserer Raumbewirtschaftung, transportieren Material per Einkaufswagen und eigenem Lastenfahrrad, das wir auch verleihen.
  • Teilen tun wir auch anderes Equipment und unsere Möbelinfrastruktur.
  • Mit unseren Public Cubes und Steckrahmen lassen sich öffentlichen Räumen leicht und schnell neue Funktionen geben.
Was motiviert Sie zu Ihrem Handeln?

Die kollaborative Zusammenarbeit im Verein macht Spaß. Ideen werden aus unterschiedlichen Perspektiven weiterentwickelt, wir kommen schnell ins Machen und freuen uns über Ergebnisse. Der Verein zieht tolle Leute an, mit denen wir gemeinsam herausfinden, wie die Stadt der Zukunft gestaltet werden könnte. Dabei wollen wir Häuser gestalten, Bildung revolutionieren und biologische Lebensmittel auf altindustriellen Standorten produzieren.

Welche politischen Rahmenbedingungen würden Sie gerne verändern?

In unseren Reallaboren stellen wir immer wieder fest, wie schwierig es ist, Ideen und Projekte rechtssicher umzusetzen. Das Baurecht erschwert leider temporäre Nutzungen und Projekte, in denen die Nutzungen erst im Verlauf noch ausdifferenziert werden sollen. Die Entwicklung von Vorhaben, die ideelle und gewerbliche Aktivitäten miteinander verbinden (wie etwa gastronomische Angebote, die zum Erhalt eines gemeinwohlorientierten Ladenlokals dienen sollen), ist manchmal aus steuerlichen Gründen schwierig, obwohl von vielen Seiten „soziales Unternehmertum“ erwartet wird. Zudem wünschen wir uns mehr Förderungen ohne Eigenanteile. So dass man bei tollen Projekten draufzahlen muss und sich überlegt, ob man diese überhaupt machen sollte. Auch ist es bei Forschungsprojekten häufig so, dass öffentlich bereits grund-geförderte, wissenschaftliche Institute pauschal 20% Overhead erhalten, wir dagegen 0%. Dadurch ist es schwierig, unsere Räume, Versicherungen und Materialien zu finanzieren.

Welches ihrer Projekte/ welches Angebot war zuletzt besonders (sozial und/oder ökologisch) wirksam und warum?

Das Gemeinschaftsprojekt Westgarten ist eins unserer Lieblingsprojekte. Seit ein paar Jahren gibt es einen lebendigen urbanen Garten, der nach anfänglicher Unterstützung komplett in der Hand der Gärtner*innen liegt und selbständig betrieben wird und weiterwächst. Das ist toll zu sehen!  Die jährliche Transformation unseres Aquaponikgewächshauses als kollaboratives Forschungslabor ist immer wieder spannend und die Umnutzung einer Kirche in Langendreer zum sogenannten LutherLab durch engagierte Menschen vor Ort zeigt uns regelmäßig, dass sich der Aufwand lohnt, Projekte zu initiieren und Menschen beim Selbermachen zu stärken. Ein tolles Beispiel ist der Podcast BunterBeton, den eine ehemalige Praktikantin und heute festes Teammitglied selbständig ins Leben gerufen hat, Hört mal rein!

Welche Unterstützung wünschen Sie sich von einem Verband wie netz.NRW?

Uns gefallen die Vergünstigungen in Beschaffungen und Mitgliedschaften und wir sind zufriedene Abnehmer*innen des Firmentickets, so dass viele unserer Mitarbeiter*innen und Ehrenamtlichen kein eigenes Auto besitzen müssen. Auch nutzen wir sehr gerne als gemeinnütziger Verein das Angebot einer professionellen Buchhaltung, die in der Vereinsarbeit (ideeller, Zweck- und Wirtschaftsbetrieb) unfassbar wertvoll ist. Ein dickes Dankeschön an Katja an dieser Stelle! 😊

Auf welches Vorhaben freuen Sie sich dieses Jahr besonders?

Im August startet die Residenz Transurban „BUILDING COMMON SPACES“ urban Art & partizipative Stadtforschung unter der Autobahnbrücke an der Emscher im Dortmunder Westen. Hier werden wir einen ungestalteten öffentlichen Raum durch fliegende Bauten und künstlerische Interventionen neu definieren und kulturelle Funktionen zuführen. Zudem warten wir auf das Go, auf der ehemaligen Kokerei Hansa zwei große Gewächshäuser bauen zu dürfen, um mit den Menschen aus Huckarde gemeinsam Lebensmittel anzubauen. Mit dem Projekt Schuloasen werden wir nachhaltige Bildung neu denken und Kindern die Chance geben, ihre Umwelt aktiv mitgestalten und verändern zu können.

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