Teilprojekt: Schulungs- und Beratungsangebote für handwerksähnliche Betriebe
in der Dortmunder Nordstadt

Projekt-Steckbrief

Unter dem Kurztitel „Handwerksähnliche Betriebe“ startete im Ende 2002 in der Dortmunder Nordstadt ein netz NRW-Teilprojekt, das die Förderung der lokalen Ökonomie zum Schwerpunkt hatte: Erstmalig sollte die Zielgruppe der handwerksähnlichen Betriebe in einem abgegrenzten Programmgebiet ausfindig gemacht und zu einer Projektpartnerschaft eingeladen werden. Das Projekt war mit einem Mittelbudget aus der EU-Gemeinschaftsinitiative URBAN II ausgestattet, kofinanziert vom Land Nordrhein-Westfalen und der Stadt Dortmund.

Für die Koordination und Umsetzung war Quartierberater Dipl.-Ing. Andreas Winterkemper vom netz NRW e.V. zuständig. Handwerksähnliche Betriebe und Dienstleister profitierten kostenfrei von professionellen Schulungen, individuellen Beratungsmodulen und der Förderung von Kooperation. Projekt-Oberziele waren die Erhaltung von Arbeitsplätzen sowie die Erschließung von Beschäftigungspotenzialen.

Was ist URBAN II ?

URBAN II heißt eine Gemeinschaftsinitiative der Europäischen Union für eine integrierte Stadtentwicklung in besonders benachteiligten Stadtquartieren Europas. Dortmund nahm als einzige NRW-Stadt an diesem Programm teil. Beim Stadtbezirk Dortmund-Nord (Gesamtfläche rd. 1.400 ha, ca. 55.000 EinwohnerInnen, Programmgebiet ca. 750 ha) handelt es sich um einen altindustriellen Stadtteil, der im Hinblick auf Wirtschafts- und Arbeitsplatzsituation, Sozialstruktur, baulichen Bestand, Bildungsniveau, Stadtgestaltung und Freiflächen erheblichen Entwicklungsbedarf aufweist.
Auf fünf Problemfelder legte das sog. Integrierten Handlungsprogramm von URBAN II mit drei verschiedenen Maßnahme- und Projektschwerpunkten besonderes Gewicht:

  • Hohe Arbeitslosigkeit, insbesondere von jungen Menschen und von Migrantinnen
  • Hohes Armutsniveau mit Gefahr der Ausgrenzung
  • Niedriges Bildungsniveau
  • Unausgewogene Branchenverteilung
  • Schlechtes Image des Stadtteils
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* Verbesserung der stadträumlichen Qualität (neun Projekte)
* Förderung der lokalen Ökonomie (vierzehn Projekte)
* Aufbau von bewohnergetragenen Einrichtungen und Strukturen (sechs Projekte)

Projektangebote und -ergebnisse

Die Verbesserung der Situation von handwerksähnlichen Klein- und Kleinstbetrieben (KKU) stand im Mittelpunkt des Projektinteresses. Angebote hatten das Förderziel, zum wirtschaftlichen Erfolg von Betrieben beizutragen, sie auf den Markt zu stabilisieren und die Betriebe zu entwickeln, die das Interesse und die Voraussetzungen zum Wachstum mitbrachten.

Im Projekt wurden beispielsweise Angebote zur Fortbildung, Betriebsberatung und zur Vermittlung von Personal entwickelt und von der Zielgruppe nachgefragt. Das Durchführen gemeinsamer Schulungen, das gemeinsame Lernen in unterschiedlichen, von den Betrieben gewünschten Seminaren und die Begleitung von wachstumsfähigen Betrieben durch externe Unternehmensberatungen waren wichtiger Bestandteil der Arbeit. Darüber hinaus wurden Betriebe zu verschiedenen Beratungsthemen beispielsweise von der Einstellung eines Auszubildenden bis hin zum Handwerksrecht beraten. Mit einem aufsuchenden, niederschwelligen Beratungsansatz konnten Betriebe für eine Projektpartnerschaft gewonnen werden.

Zentrale Aktivitäten im Projekt waren die Organsiation und Durchführung von Seminaren (Kundengewinnung und -bindung, Telefontraining, Geschäftskorrespondenz, Minijobs, Kooperation), dass Anbieten von Betriebsberatung, die Erschließung zielgruppenspezifischer Beratungsthemen und die Aufbereitung und Weitergabe von Informationen an die Betriebe.

Ein Konzept zur Stabilisierung sowie zur Standortpromotion setzte folgende Leitziele:

  • Partnerschaft und Zusammenarbeit zwischen lokalen Akteuren und Akteurinnen, Gewerbetreibenden, Verwaltung und Politik im URBAN II-Prozess
  • Stabilisierung der Betriebe am Markt
  • Erhaltung und Schaffung von Arbeitsplätzen
  • Professionelle gemeinsame Schulungen, abgestimmt auf spezielle Bedürfnisse
  • Individuelle Betriebsberatung aus einer Hand
  • Unterstützung durch Vermittlung existierender Qualifizierungs- und Fördermöglichkeiten
  • (auf Wunsch) Begleitung der BetriebsinhaberInnen zu Ämtern und Behörden
  • Schulungsangebote zum Handwerksrecht
  • Beratung zum Erwerb des Meistertitels und der Ausbildereignung
  • Förderung der Kooperation innerhalb der handwerksähnlichen Gewerbe

Im Stadtteil sichtbar wurde die Projektarbeit durch vertrauensbildende, aufsuchende Kontaktaufnahme des Quartierberaters zu den BetriebsinhaberInnen vor Ort und die Beauftragung des netz NRW e.V. von einigen dieser Unternehmen mit der Vermittlung von Fachpersonal.

Die Ergebnisse im Einzelnen:

  • 5 Ausbildungsplätze, 3 Vollzeitstellen und 2 Teilzeitstellen wurden akquiriert und erfolgreich mit Fachkräften besetzt.
  • 300 Betriebsdaten zu handwerksähnlichen Betrieben ermittelt, 140 Betriebe in das Projektgeschehen involviert bzw. darüber informiert, 23 Tiefen-Interviews
  • 10 Fortbildungsseminare für handwerksähnliche Betriebe mit insgesamt 170 Teilnehmenden angeboten und durchgeführt
  • zahlreiche Kurzberatungen in den Betrieben und drei umfassende, externe Unternehmensberatungen

Das Projekt wurde im März 2005 mit einer Projektpräsentation und einem kompakten Fachforum für GründerInnen sehr erfolgreich abgeschlossen. Im Projektverlauf ist es gelungen, erstmalig Zugang und Vertrauen bei handwerksähnlichen Betrieben zu gewinnen und für mehr Akzeptanz von Unterstützungsangeboten der Wirtschaftsförderung zu werben.

Projektpartner

  • Bundesagentur für Arbeit, Agentur Dortmund
  • Handwerkskammer Dortmund
  • Industrie- und Handelskammer Dortmund
  • Wirtschafts- und Beschäftigungsförderung Dortmund, Team Gründungsberatung
  • URBAN II-Projektgruppe Stadt Dortmund
  • Arbeits- und Wirtschaftsbüro Nordstadt

Kooperationspartner

  • Ausbildungsberater der IHK und der HWK Dortmund
  • Bildungszentrum der Handwerkskammer Dortmund
  • Bundesinstitut für Berufsbildung, Bonn
  • Deutsches Handwerksblatt, Redaktion Dortmund
  • empirica – Institut
  • Sparkasse Dortmund, Team Gründungsberatung
  • URBAN II-Teilprojekt „Controlling im Verarbeitenden Gewerbe“
  • URBAN II-Teilprojekt „Betriebsentwicklung KMU“

Das hier kurz beschriebene Projekt hatte während der Laufzeit eine eigene, ausführliche Rubrik auf der Homepage des netz NRW e.V.