IMAGE

Sein oder Schein

imago (lat) – Bild/Abbild

  • Erscheinungsbild, das ein Unternehmen der Öffentlichkeit vermittelt

Vom ersten Eindruck …

Entsteht in zwei bis sieben Sekunden

(sympathisch, vertrauenerweckend und kompetent oder nicht)

  • Primacy-Effekt
    Erhöhte Aufmerksamkeit zu Beginn einer Begegnung; Freund oder Feind?
  • Zweiter Blick
    Erkennt Details; warmherzig / naiv / streng / intellektuell / …

Anhand des wichtigsten Merkmals wird eine Vorauswahl für weitere Wahrnehmungen getroffen.

  • Halo-Effekt
    Von einem Merkmal wird auf das andere geschlossen – Tendenz zur Generalisierung
    … von den gepflegten Händen auf eine korrekte Arbeitsweise
    … von der Haarfarbe auf den IQ

Vorwissen und Umfeld sind dabei entscheidend

  • Recency-Effekt
    Stimmiges oder widersprüchliches Verhalten ?

Der letzte Eindruck bleibt.

… zum guten Image

Gesamtheit der Einstellungen gegenüber einem Meinungsgegenstan

Stimmungsbild, das ein damit verbundenes Gefühl assoziiert

(Lebensfreude, Vitalität, Coolness etc.).

  • baut sich langsam auf
  • eigene oder übermittelte Informationen oder Wahrnehmungen
  • unterliegt einer Dynamik
  • kann (durch Kleinigkeiten) ramponiert werden

Aufbau und Pflege des Image sind gleichrangig

Durchgängig bewusstes Auftreten und Werbung sind erforderlich

(nach Elisabeth Bonneau, Kommunikationstrainerin)

Public Relations / Öffentlichkeitsarbeit

Management von Informations- und Kommunikationsprozessen zwischen Organisationen und ihren externen oder internen Umwelten

Funktion

  • Info
  • Kommunikation
  • Persuasion (Überredung, Überzeugung)
  • Imagegestaltung
  • Kontinuierlicher Vertrauenserwerb
  • Konfliktmanagement
  • Herstellen eines gesellschaftlichen Konsens

Public Relations in der Praxis

Die grundsätzliche Aufgabe der Öffentlichkeitsarbeit/Public Relations ist es, den Kontakt zwischen Auftrag- oder ArbeitgeberInnen und einer definierten Zielgruppe herzustellen, zu festigen oder auszubauen.

Phasen

  • Analyse, Zieldefinition, Konzeptionsentwicklung
  • Kontakt, Beratung, Verhandlung
  • Text, Kreative Gestaltung (Pressemitteilung, Broschüre, Internet)
  • Implementierung, Zeitpläne, Kostenkalkulation
  • Operative Umsetzung, Veranstaltungsdurchführung
  • Nacharbeit, Evaluation, Erfolgskontrolle, Korrektur

Corporate Identity (CI)

Selbstverständnis und Erscheinungsbild eines Unternehmens

Es ergibt sich aus Geschichte, der Organisationskultur

oder wird geschaffen, um das Bild auf ein Unternehmensziel auszurichten.

Corporate Image (CIg)

Fremdbild

Es definiert das »Gesicht« des Unternehmens nach innen (MitarbeiterInnen) und nach außen (Öffentlichkeit/KundenInnen) und ist eine Strategie.

Corporate Design (CD)

Visuelles Erscheinungsbild

In der Umgangssprache wird Corporate Identity häufig fälschlicherweise mit Corporate Design gleichgesetzt.

Zum CD gehören sowohl die Gestaltung der Kommunikationsmittel (z.B. Firmenzeichen, Geschäftspapiere, Werbemittel, Verpackungen) als auch das Produktdesign.

Die Gestaltung aller Elemente geschieht unter einheitlichen Gesichtspunkten, um einen Wiedererkennungseffekt zu erreichen.

CD sollte im Corporate-Design-Handbuch dokumentiert sein und den NutzerInnen (MitarbeiterInnen, PartnerInnen, Druckereien, Werbeagenturen etc.) zur Verfügung gestellt werden.

Corporate Communikation (CC)
Vermittlung gefasster Normen eines Unternehmens

CC ist der strategische Einsatz aller Kommunikationsmedien.

Sie zeigt in ihrer Außenwirkung, inwiefern die gesetzten Ziele einer Unternehmenskultur gelebt und praktiziert werden.

Corporate Behavior (CB)

Unternehmensverhalten

CB ist die schlüssige und widerspruchsfreie Ausrichtung aller Verhaltensweisen an der Unternehmensphilosophie. Corporate Behavior definiert im Innenverhältnis den Umgang mit den MitarbeiterInnen.

CB unternehmensintern:

  • Führungsstil/-instrumente
  • Kriterien der BewerberInnenauswahl
  • Kriterien der Beförderung
  • Aus- und Fortbildungsangebote
  • Lohnpolitik
  • Sozialleistungen

Corporate Behavior definiert im Außenverhältnis den Umgang mit KundInnen, LieferantInnen, KapitalgeberInnen, BürgerInnen, Staat und Verwaltung sowie mit der allgemeinen Öffentlichkeit.

CB gegenüber KundInnen:

  • Produktgestaltung
  • Preisgestaltung
  • Verkaufspraktiken
  • Qualitätsgrundsätze
  • Garantie- und Serviceleistungen
  • Reaktion auf Reklamationen und Beschwerden
  • Einhaltung von Lieferterminen
  • Verhalten gegenüber AnruferInnenn und BesucherInnenn

CB gegenüber LieferantInnen/GeschäftspartnerInnen:

  • Zahlungsmoral
  • Vorbringen von Reklamationen und Beschwerden
  • Verhalten gegenüber AnruferInnen und BesucherInnen
  • Ausschreibungen

CB gegenüber der Öffentlichkeit:

  • Reaktionen auf Probleme mit den Produkten des Unternehmens
  • Offenheit und Vertrauen im Umgang mit der Öffentlichkeit
  • Verhalten gegenüber AnruferInnen und BesucherInnen
  • Stellenausschreibungen
  • Verhalten gegenüber BewerberInnen

(nach Bentele: Professor für Öffentlichkeitsarbeit und Public Relations am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig)