Gründungsgeschichte netz.NRW

Soziale und ökologische Verantwortung fördern und tragen – und das seit über 30 Jahren

Engagierte Kleinbetriebe gründeten das netz NRW als Landesorganisation mit dem Ziel, einen alternativen Wirtschaftsverband für selbstverwaltete, ökologische und sozial innovative Unternehmen und Projekte zu entwickeln.

Mai 1985

Gründung des Netzwerkes für Selbstverwaltung und Selbstorganisation

Selbstständige, Unternehmer*innen und Gründerinnen aus dem Netzwerk Selbsthilfegruppen NRW schlossen sich im Mai 1985 auf Schloß Gnadental in Kleve zu einem gemeinsamen Verbund zusammen. Ziel war es, mit dem Verbund gemeinsame Förderprojekte zu realisieren, sich besser zu organisieren und mehr Raum für unternehmerische Selbstverwirklichung zu ermöglichen. Das Netz für Selbstverwaltung und Selbstorganisation, später netz NRW e.V. wurde gegründet.

Gründungsmitglied war u.a. die Landesarbeitsgemeinschaft für eine andere Weiterbildung NRW (LAAW NRW)

Der Begriff Selbsthilfegruppe war Mitte der 1980er Jahre u.a. auch für politische Initiativen und die ersten selbstverwalteten Betriebe gebräuchlich, die u.a. durch Menschen nach langer Erwerbspause gegründet wurden oder durch Pionier*innen, die alternative Wirtschaftsmodelle umsetzen wollten. So waren im Netzwerk Selbsthilfegruppen NRW u.a. Handwerksbetriebe und Einzelhändler*innen organisiert.

Die örtlichen Selbsthilfegruppen, die sich dem Netzwerk anschlossen, waren bereits mehrere Jahre in NRW Städten wie Münster, Bielefeld, Essen, Dortmund, Bonn, Köln und Aachen aktiv.

Das Land NRW stellte dem Netzwerk für Selbstverwaltung und Selbstorganisation eine Förderung für drei landesweite Personalstellen zur Verfügung, die den Aufbau und die landesweite Vernetzung des Verbundes fördern sollten und vor Ort wirken sollten. Die Landesarbeitsgemeinschaft soziokultureller Zentren war hierbei eine wichtige Partnerin.

Ziel: Ein selbstorganisiertes Netzwerk „bottom up“ aufbauen, Autonomie von staatlichen Stellen ermöglichen, ökologische Produktion und Betriebsführung stärken und ausbauen.

Bis 2008 wurden durch die geförderten Personalstellen u.a. die Beratung und Unterstützung der Mitglieder sichergestellt und lokale Wirkungs- und Begegnungszentren aufgebaut.

In Münster förderte und unterstützte der Verbund den Aufbau des Kommunikations- und Begegnungszentrums Achtermannstraße, kurz KUBA.

In Köln unterstütze das netz den Aufbau der Alten Feuerwache Köln und gründete die Bundesarbeitsgemeinschaft der örtlichen Selbsthilfegruppen als bundesweites Netzwerk.

In Dortmund wurde das Stadtteilzentrum Adlerstraße gegründet. Von hieraus wurden die Projekt- und Betriebsberater*innen des Verbundes koordiniert, die Unterstützung der Selbsthilfegruppen in Sachen Betriebsführung ermöglichten.

1985-2008

Strukturelle Förderung des Verbundes

1989

Bundesweite Aufstellung des Verbundes, Gründung netz e.V.

Aufgrund der Beratungs- und Qualifizierungsaktivitäten des Netzwerkes wuchs das Interesse an der Mitgliedschaft im Verbund. 1989 wurde deshalb die Entscheidung getroffen bundesweit auch Einzelbetriebe aufzunehmen, bisher waren nur die Netzwerke der Selbsthilfegruppen Mitglied. So verzeichnete das Netzwerk bald über 2.500 Kleinbetriebe als Mitglieder.

Das netz e.V. sollte vor allem die soziale Absicherung seiner Mitglieder sicherstellen. Eine betriebliche Altersvorsorge wurde durch einen Gruppenversicherungsvertrag ermöglicht. Die soziale Absicherung innerhalb der Kleinbetriebe war schon immer ein grundlegendes Problem, das damalige Angebot des netzes konnte hier eine Lösung anbieten. Im Zuge der Hartz IV Reformen und der Umstrukturierung der privaten Rentenvorsorge durch Riester wurde diese Absicherung jedoch ausgehebelt.

1991 wurden erste Weiterbildungslehrgänge für die netz Mitglieder angeboten. Insgesamt führte das netz über 10 Jahre Weiterbildungsprojekte (1991 – 2001) durch. Die Weiterbildungsaktivitäten führten zu einem massiven Personalaufbau von bisher drei Stellen auf über 20 Mitarbeiter*innen. Da die meisten Qualifizierungsmaßnahmen in NRW umgesetzt wurden, erfolgte die Ausgründung von netz NRW. Der Bundesverband netz (netz Bund e.V.) war mit eigenen Projekten weiter bis 2016 aktiv.

1991

netz e.V. startet als Projektträgerin

1993

Ausgründung netz NRW e.V. – Verbund für Ökologie und soziales Wirtschaften

Auf Basis der bisherigen Aktivitäten des Verbundes wurde das netz NRW e.V. ausgegründet. Satzungsziele waren u.a. die Gestaltung eines gerechteren Arbeitsmarktes, der sich durch die integrativen Qualifizierungsmaßnahmen ausdrückte.

Gemeinsam mit Organisationen und Partner*innen auf europäischer Ebene setzte das netz NRW e.V. berufliche Qualifizierungsmaßnahmen, Forschungsprojekte und Reallabore für eine sozial orientierte Beschäftigungsförderung um. Die Projekte adressierten die Inklusion von besonderen Zielgruppen in den Arbeitsmarkt, bspw. Berufsrückkehrerinnen aus der Familienphasen, Studienabbrecher*innen oder auch der Fokus auf eine familienfreundliche Betriebsgestaltung.

Ökologische Aspekte wurden durch Projekte wie die Förderung von energiesparsamen Technologien in Betrieben mittels Contracting umgesetzt, z.B. wurde eine KWK Anlage im Dortmunder Union Gewerbehof in Zusammenarbeit mit dem Fraunhofer Institut UMSICHT (damals noch durch die HWK NRW getragenes Institut) ermöglicht. Ebenso wurde das Netzwerk Ökobau für die ökologische Bauplanung gegründet.

Die europäischen Förderprogramme waren in den 2000er Jahren noch nicht auf die Förderung von ökologischen Projekten fokussiert. Daher lag der Fokus von ökologischen Angeboten des netz NRW auf der Beschaffung von ökologischen Betriebsmitteln und der Förderung einer ökologischen Betriebsführung (z.B. nachhaltige Mobilität, Ökostrom). Eine wichtiger Kooperationspartner war hier fairPla.net in Münster

2000

Projektfokus auf europäische Gemeinschaftsinitiativen

2021

Globale Entwicklungsziele für Nachhaltigkeit

Mit den globalen Zielen für nachhaltige Entwicklung (SDG`s) wurde 2016 ein neuer weltweiter Rahmen für soziale und ökologische Transformation geschaffen. Netz NRW e.V. unterstützt diesen Prozess mit seinen Mitgliedern auf lokaler Ebene und setzt sich insbesondere für Ziel 12 ein: Die Sicherstellung von Nachhaltigen Produktions- und Konsummustern ein. Hierfür werden neue Projekte und Kooperationen initiiert.

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