Genossenschaftlich organisierte Internetplattformen

Digitale Wertschöpfung gemeinschaftlich gestalten?
Veranstaltung am 20. Oktober 2017, 12:30 bis 17 Uhr in Berlin

Internetplattformen verändern die ökonomischen und gesellschaftlichen Funktionen von Produzenten und Konsumenten fundamental. Die Erfinder und Anwender der digitalen Plattform-Technologien gründen schnell wachsende und oftmals kapitalstarke Start-ups mit neuartigen Organisationsformen und Geschäftsmodellen. Sie bestimmen dabei eigenständig Regeln des Wettbewerbs. Wer ihnen gegenüber noch Chancen am Markt haben möchte, wird diese Regeln annehmen oder eigenständig sozialer gestalten müssen. Oft gibt es in der Plattformökonomie nur wenig Gewinner und viele Verlierer.
Typische Kennzeichen sind laut Boris Janek:

  • Sie basieren auf Information und Daten und nutzen überwiegend externe Assets
  • Sie verfügen kaum über selbst bezahlte Mitarbeiter und setzen auf externe Selbstständige.
  • Sie lassen andere Wert erstellen und ziehen Wert(e) einseitig ab.
  • Sie agieren als Netzwerk statt als Hierarchie, aber mit eindeutiger Zentrale.

Genossenschaftliche Alternativen sind möglich und umsetzbar
Ein humaneres, gesellschaftszusammenhaltenden Gegenmodells beruht dagegen auf kooperativer oder genossenschaftlicher Entwicklung. Jeremy Rifkin sieht in seinem Buch „Die Null-Grenzkosten-Gesellschaft“ Genossenschaften als besonders zukunftsfähiges, erfolgversprechendes Geschäftsmodell. Darin sind Produzenten und Konsumenten gleichberechtigt und demokratisch organisiert, werden neue Formen der Solidarität und Allmende entwickelt und selbst finanziert, der technologische Kern bestehender erfolgreicher Plattformen geklont, jedoch mit umfassenden Schutz und Reprivatisierung der Daten.

In der Nachmittags-Veranstaltung am 20.10.2017 in der „WeiberWirtschaft eG“ Berlin kommen
Dr. Dominika Wruk, Verena Salomon, Frieder Rock, Boris Janek, Dr. Burghard Flieger, Jan Kuhnert und das teilnehmende Publikum zu Wort.

>> Detail-Programm und Anmeldemodalitäten

Veranstalter: Bundesverein zur Förderung des Genossenschaftsgedankens e.V. in Kooperation mit der Heinrich-Böll-Stiftung, der innova eG und dem Zentralverband deutscher Konsumgenossenschaften e.V.

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