WILA-LOgo

Generationswechsel: Nach über 20 Jahren als Geschäftsführer und Vorstandsvorsitzender geht Theo Bühler, einer der Gründer des Wissenschaftsladen (WILA) Bonn, in den Ruhestand.
Seine Nachfolgerinnen, Dr. Anke Valentin und Brigitte Peter, arbeiten auch schon mehr als 10 Jahre im WILA Bonn. Ein Wechsel also, der für Neues und für Kontinuität steht.

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Theo Bühler ist ganz zufrieden: „Der Wissenschaftsladen Bonn war und ist eine Erfolgsgeschichte!“ Der gemeinnützige Verein, der einst ehrenamtlich mit Studierenden anfing, hat heute über 30 Festangestellte. Die Anzahl und der Umfang an Projekten wächst stetig. Die Idee der Wissenschaftsläden ist heute so aktuell wie im Gründungsjahr 1984.

„Bürgerbeteiligung ist bei uns seit nun fast drei Jahrzehnten Programm“, stellt Brigitte Peter, neue Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende fest. Die Vermittlung zwischen Wissenschaft und Bürgern zählt auch heute noch zu den Kernzielen des WILA Bonn. Früher waren es Wissenschaftler, die im „Elfenbeinturm“ forschten, der junge Leute dazu brachte, den Wissenschaftsladen als „Bürgernahes Zentrum für Wissenschaftstransfer“ einzurichten.
Die zweite Geschäftsführerin Dr. Anke Valentin ergänzt: „Flächenverbrauch, Energiewende, neue Arbeitsfelder – wir möchten Bürgerinnen und Bürger dazu bewegen, sich für gesellschaftlich und ökologisch wichtige Themen zu engagieren. Deshalb vermitteln wir Wissen und die Instrumente, damit sie dieses Wissen nutzen können, um zu handeln und sich so besser in demokratische Prozesse einzubringen.“

Typische Projekte für den Wila Bonn sind z.B. Umwelt-Planspiele in Schulen, das EU-Projekt PERARES, in dem Bürger/innen und Wissenschaftler in Online-Foren über aktuelle Themen debattieren oder das EU-Projekt „Kinder zu Bodenforschern machen“ für Pädagogen. Der WILA Bonn ist außerdem staatlich anerkannter Bildungsträger und hat ein eigenes Bildungszentrum. Die Projekte des WILA werden meist von der EU, von Ministerien und Stiftungen gefördert.

Als Geschäftsführer war Theo Bühler vor allem für die inhaltliche Profilierung und Projektentwicklung verantwortlich. Den fachlichen Schwerpunkt legte er zuletzt auf das Themenfeld „Arbeit und Ausbildung in den Erneuerbare Energien“. Mit der von ihm initiierten bundesweiten Job- und Bildungsmesse Erneuerbare Energien und fundierten Analysen zum Arbeitsmarkt der Branche gelang es, den WILA in diesem Bereich zu etablieren. Anke Valentins bisherige Arbeit beim WILA fokussierte auf Projekte v.a. im Fachbereich Bürgergesellschaft & Nachhaltigkeit, Brigitte Peter ist für die Presse- und Öffentlichkeitsarbeit verantwortlich.

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Am 25. April feierte das Gesamtteam des WILA mit einem sommerlichen Fest die Verabschiedung und die Übernahme der Geschäftsführung zusammen mit vielen Wegbegleitern, Kooperations- und Projektpartnern.

Angelica Kappel, 3. Bürgermeisterin der Stadt Bonn, würdigte in Ihren Grußworten die vielfältigen Aktivitäten und Erfolge des WILA Bonn in den letzten zwei Jahrzehnten. Daraus besonders hervorheben mochte sie die häufig internationale Ausrichtung der Projekte, die Entwicklung von digitalen Plattformen, den Arbeitsmarkt-Stellenservice und Bonns „Grüne Spielstadt“, die es seit 2007 gibt. Bonn zeichne sich als Stadt weltweit durch einen breit aufgestellten Nachhaltigkeitscluster aus und der WILA bringe hierzu seine Kompetenzen ein. Viele Projekte des WILA tragen zur UN-Dekade Bildung für Nachhaltige Entwicklung (BNE) bei und der WILA wurde 2011 mit dem Deutschen Naturschutzpreis ausgezeichnet. Theo Bühler habe mit seiner Geschäftsführung den WILA groß gemacht und wird hier auch weiterhin noch beruflich aktiv bleiben. Der neuen Doppelspitze, den beiden Geschäftsführerinnen, wünschte Frau Kappel eine glückliche Hand, viel Freude und Gestaltungswillen.

Josef Tumbrinck, Vorstandsvorsitzender des NABU in NRW, erinnerte an die verschiedenen inhaltlichen und persönlichen Schnittstellen zwischen dem WILA und dem NABU. Er sieht in der Entscheidung für die beiden Frauen an der Doppelspitze der WILA-Geschäftsführung ein Dreamteam für die Anforderungen der Zukunft. Die basisdemokratische Organisationskultur im WILA sei einmalig, denn echte Mitarbeiterbeteiligung und Zusammenarbeit zwischen Vorstand, Geschäftsführung und Mitarbeitenden sind hier alltäglich spürbar und erfahrbar. Tumbrinck wünschte sich für die nächsten Jahre, dass sich vereinsübergreifende Verknüpfungen und Vernetzungen für gemeinsame Umweltziele noch intensivieren.

Theo Bühler wollte in seiner Ansprache „keine große Rede mit langem Rückblick schwingen“. Die Ziele, die 1982 im ersten Seminar zu Wissenschaftsläden formuliert wurden, sind eingelöst. Bühler betonte, dass die Leistungen und Erfolge des WILA vor allem als das Gemeinschaftswerk der Beteiligten zu würdigen seien, dieses Gemeinsame war und bleibe wohl die größte Stärke des WILA Bonn. Deshalb galt sein Dank explizit allen Zu- und Mitarbeitenden, die ihn und den WILA begleitet haben, und er hoffe weiterhin „auf ein Engagement ohne Ende“. Theo Bühler beschloss seinen Redebeitrag mit einer poetischen Rezitation – eine von ihm selbst auf den WILA umgedichtete Hymne von Robert Gernhardt sowie das Gedicht „Die Sehnsucht nach dem Anderswo“ von Mascha Kaléko.

Brigitte Peter, jetzt 1. Geschäftsführerin und Vorstandsvorsitzende, akzentuierte in ihrer Antrittsrede die Herausforderungen, welchen sich der Wissenschaftsladen künftig stellen muss: Er bearbeitet eine große und wechselnde Themenpalette, stets entlang dessen, was gesellschaftlich und ökologisch wichtig sei, und folge Trends, wo es spannend ist. Um dabei keine Beliebigkeit zu vermitteln, gelte es, die Professionalität zwischen Breite und erkennbarem Profil zu wahren. Nachdenkenswert sei die Beschäftigung mit dem „leicht verstaubten“ Namen „…laden“ und der Marke, zu der Europas größter Wissenschaftsladen damit zweifellos geworden ist. In der Organisationskultur haben nach wie vor die Selbstverwaltung und die Plenumstage großen, unverzichtbaren Stellenwert. Mit sehr viel Engagement und Fachwissen packten die WILA-Mitarbeitenden Vieles gemeinsam an, weil es für sie Sinn macht. Das vielleicht Rebellische aus den Gründerjahren sei gewichen – heute ist es mehr Konzentration auf Beteiligung und Kooperation. Für die Zukunft werde beim WILA vieles beim alten bleiben, aber bestimmt auch viele Veränderungen geben und gerne dürfe der WILA dabei auch „größer denken“.

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Bei sommerlichem Wetter, Fingerfood, Sekt und anderen Erfrischungsgetränken feierten die Mitarbeitenden und FreundInnen des WILA Bonn den Meilenstein auf der Terrasse des neuen Hauses. Norbert Steinhaus gab seinen persönlichen Rückblick mit sehr netten Anekdoten aus der Geschichte von Theo Bühler und dem WILA zum Besten.

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Anke Valentin hielt eine Laudatio auf Margret von der Forst-Bauer, die nun ebenfalls in den „Unruhestand“ der Rente entsendet werden durfte. Anschließend pflanzten beide unter großem Applaus der Gäste je einen jungen Baum in den Garten des WILA Bonn.

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