KfW-Finanzierung für Sozialunternehmen

[von Hans-Gerd Nottenbohm, Vorstand der innova eG]

Die KfW-Bankengruppe hat auf Initiative des Bundesfamilienministeriums ein neues Finanzierungsinstrument entwickelt, das die Finanzierung für Sozialunternehmen verbessern soll. Die KfW geht davon aus, dass es bisher noch an frei verwendbaren Finanzierungsmöglichkeiten für Sozialunternehmen fehlt. Vor allem klaffte eine Lücke bei Wachstumsfinanzierungen für die Zeit nach der Gründung.

Das neue KfW Programm zur Finanzierung von Sozialunternehmen startet am
1. Januar 2012.
Es richtet sich an Unternehmen, die …

  • mit einem innovativen Geschäftsmodell ein gesellschaftliches Problem lösen wollen,
  • dabei explizit auch das Gemeinwohl im Blick haben,
  • die ersten Schritte als Unternehmen bereits erfolgreich bewältigt haben
  • und nun expandieren möchten.

Sozialunternehmen können u.a. folgende Unternehmensgegenstände haben: Bildung, Integration benachteiligter Personengruppen, Umweltschutz, Armutsbekämpfung, soziale Dienstleistungen.
Die KfW stellt nun hierfür erforderliches Eigenkapital zur Verfügung. Weitere Finanzierungspartner sind Fonds, Business Angels oder Stiftungen. Deren Engagement kann die KfW in gleicher Höhe und zu gleichen Konditionen im Einzelfall bis zu einem Betrag von 200.000 EUR ergänzen.

Das Programm erweitert damit den Finanzierungsspielraum von Sozialunternehmen erheblich: Erstens wird den Unternehmen direkt Eigenkapital für Investitionen zur Verfügung gestellt. Zweitens ist eine solide Eigenkapitalausstattung auch bei Sozialunternehmen Voraussetzung dafür, dass Geschäftsbanken mit Krediten die Wachstumsfinanzierung begleiten.

Ein Sprecher der KfW erklärte auf telefonische Nachfrage der innova eG, dass sich nur Kapitalgesellschaften bewerben können, weil die KfW ausschließlich Beteiligungskapital zur Verfügung stellt. Als Förderbank vergibt die KfW keine Spenden. Voraussetzung für eine Beteiligung der KfW ist, dass sich das Geschäftsmodell des Sozialunternehmens mittel- bis langfristig selbst trägt. Genossenschaften zählen bisher nicht zur Zielgruppe des Programms. Der Sprecher der KfW sicherte jedoch zu, dass ExpertInnen der KfW diesen Ausschluss von Genossenschaften nochmal überprüfen würden. Das macht die innova eG skeptisch, denn die Richtlinien der KfW-Gründungskreditprogramme, die noch die rot-grüne Bundesregierung beschlossen hatte, sind auch noch nicht auf die Rechtsverhältnisse von Genossenschaften angepasst.

Hier ist Platz für Ihren Kommentar!

Your email address will not be published.